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Gemeindefusion10. März 2003

Das Brautgeschenk wird geschnürt

Das finanzschwache Meierskappel verkauft Gemeindeland und könnte so für Risch attraktiver werden

Durch einen einzigen Landverkauf könnte Meierskappel seine Schulden fast ganz tilgen. Der Ort will nach längerer Stagnation wieder wachsen.

Gegenüber den Fusionswünschen aus Meierskappel zeigt die Rischer Gemeindepräsidentin Maria Wyss-Stuber weder Begeisterung noch Ablehnung. Die Luzerner Gemeinde ist hoch verschuldet und so eine potenzielle Hypothek für Risch. Das könnte sich nun ändern.

Kürzlich schrieb nämlich die Gemeinde Meierskappel eigenes Bauland zum Verkauf aus. «Wenn wir das Land im Höfli zum festgesetzten Preis verkaufen können, würde uns das finanziell schon sehr helfen», sagt der Meierskappeler Gemeindepräsident Armin Huber. Die 1,2 Hektaren sind zum Quadratmeterpreis von 390 Franken zu haben. (Im Kanton Zug würde das Land mindestens doppelt so viel kosten.) Das ergäbe rund 4,7 Millionen Franken Einnahmen. Die Verschuldung des 1050-Seelen-Dorfs beträgt etwas über fünf Millionen.

Auf der Gemeinde-Website wird das Terrain schmackhaft gemacht: «Dorfkern und Schulanlage sind in wenigen Minuten zu Fuss erreichbar. Das ‘Höfli’-Land liegt an nordöstlicher Hanglage und (...) in unmittelbarer Nähe zu einem einmaligen Wander- und Erholungsgebiet.» Im Baugebiet «Höfli» können Einfamilien-, Reiheneinfamilien- oder Terrassenhäuser erstellt werden. 40 bis 50 Wohneinheiten sollen entstehen.

Das «Höfli»-Land wurde 2001 bei der Ortsplanungsrevision gegen Gemeindebauland an der Autobahn abgetauscht. Seither sei, so Bauchef Daniel Wyss, der Verkauf der einstigen Agrarfläche im Höfli aktuell. Es handelt sich um die einzige gemeindeigene Baureserve.

«Wir streben bevölkerungsmässig ein Wachstum an», sagt Gemeindepräsident Huber. In den Neunzigerjahren war kein nennenswerter Zuwachs zu verzeichnen. Die Infrastruktur ist aber für 1400 Einwohner geplant. Stagniert hat auch das Gewerbe. Zur Verfügung stünde dafür noch privates Land.

Noch keine Käufer

Die Tendenz, dass Gemeinden zur Entschuldung Land verkaufen statt im Baurecht vergeben, hat Konjunktur. Die Gemeinde Sins hat zwar nicht Land verkauft, verzeichnet aber viele private Zuzüger aus dem kleinen Nachbarkanton (2002: 85). Auch einige Zuger Firmen produzieren mittlerweile wegen des relativ billigen Bodens im Freiamt. Der fiskalische Geschäftssitz bleibt meist zugerisch.

Ein ernsthafter Kaufinteressent liess sich laut Gemeindepräsident Huber noch keiner finden. «Wir hoffen aber, das Land bald und als Ganzes verkaufen zu können.» Eine Infomappe wurde bis in den Kanton Zürich gestreut. Der Verkauf sei «völlig unabhängig» vom Wunsch, mit Risch zu fusionieren, zu sehen. Der Gemeinderat möchte, so Bauchef Wyss, gern steuerkräftige Leute nach Meierskappel ziehen.

Unverhofft könnte das Luzerner Dorf durch den Landverkauf für Risch attraktiver werden. Befürchtet Risch bei einer Fusion noch eine Steuererhöhung? Gemeindepräsidentin Wyss-Stuber möchte dazu nicht konkret werden: «Über eine Fusion spekulieren wir nicht. Nur wenn sich die Gemeindeversammlung von Meierskappel für eine Fusion entscheidet, besteht für uns überhaupt Handlungsbedarf.» In diesem Fall will Risch finanziell klare Fakten auf dem Tisch. «Die Finanzen sind immer ausschlaggebend», sagt Wyss-Studer, «aber am Schluss entscheiden doch die Stimmenden.»

Erich Hirtler

Meierskappel

Vorentscheid am 7. April

Am 7. April entscheidet die Gemeindeversammlung von Meierskappel, ob der Gemeinderat einen Fusionsvertrag mit Risch ausarbeiten soll. Meierskappel hat einen gewichtigen Teil seiner Infrastruktur in Risch.

(ice)

Copyright © 11. März 2003
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