Ausgabe vom Dienstag, 17. September 2002

Risch-Meierskappel

Das Haus soll offen bleiben

Die Stiftungsleitung des Alterszentrums Dreilinden stellte den Trägergemeinden den neuen Heimleiter Roland Berger vor.

Das Alterszentrum Dreilinden in Rotkreuz ist mit 56 betagten Bewohnerinnen und Bewohnern voll belegt, es wird seit 1.September von Roland Berger geleitet. Der 40-Jährige tritt damit die Nachfolge des im März dieses Jahres überraschend verstorbenen Heimleiters Karl Zenklusen an.
Gestern Abend fand die Versammlung der fünf Trägergemeinden - die Einwohnergemeinden Risch und Meierskappel, die Bürgergemeinde Risch, die Katholische Kirchgemeinde Risch-Rotkreuz und die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Zug - mit der Stiftung des Alterszentrums Dreilinden Risch-Meierskappel statt. Wegen der tragischen Ereignisse war sie von Mai auf gestern verschoben worden. Der Stiftungsrat stellte den neuen Heimleiter Roland Berger offiziell vor, gleichzeitig wurde Brigitte Zenklusen verabschiedet.

Versammlung verschoben

Die Ereignisse im Frühjahr bereiteten der Stiftungsleitung des Alterszentrums einige Sorgen und erforderten eine Zwischenlösung, wie der Präsident der Heimkommission, Richard Knüsel, und Stiftungsratspräsidentin Monika Dilger gestern bei einer Medienorientierung betonten. So übernahm der frühere Finanzchef und Präsident der Heimkommission, Peter Cerletti, interimistisch die administrative Heimleitung. Durch Information des Personals und der Pensionäre und eine teilweise Erhöhung der Pensen sei es gelungen, in dieser Zwischenzeit Ruhe im Heimalltag zu gewährleisten, erwähnte Knüsel.
Wie Monika Dilger würdigend festhielt, wirkte die Witwe des verstorbenen Heimleiters, Brigitte Zenklusen, trotz der schwierigen Zeit im Haus weiter und wird am 30.September nach elf Jahren ihre Tätigkeit als stellvertretende Pflegeleiterin und Mitglied des Leitungsteams beenden. «Ich suche jetzt eine neue Herausforderung», sagte sie.

Weiterhin ein offenes Haus

Roland Berger war aus 56 Bewerbungen ausgewählt worden. Der ehemalige ETH-Maschineningenieur ist zwar ein Quereinsteiger im Sozialwesen, verfügt jedoch über praktische und leitende Erfahrungen und kann Pflegepraxis vorweisen, wie er zu verstehen gab. Obwohl er ein Neueinsteiger sei, was in der Kommission auch eingehend diskutiert worden sei, sei die Wahl auf ihn gefallen, so Knüsel, der ergänzte: «Wir sind überzeugt, dass wir einen guten Nachfolger für Karl Zenklusen gefunden haben. Er soll das Haus in seinem Geist weiterführen.» Der frühere Heimleiter habe ein offenes Haus gepflegt, das solle es auch in Zukunft bleiben.
Dies bestätigte auch Roland Berger, der noch in der Einarbeitungsphase steckt. Nach neuen Plänen für den Heimbetrieb befragt, gab er zu verstehen, dass mit den Mitarbeitern solche Themen diskutiert würden. «Veränderungen werden wir zusammen angehen, beispielsweise die Frage der Qualität oder ob es eine Wohngruppe für Demente braucht», erklärte Berger. Er freue sich über die herzliche Aufnahme seitens des Personals wie auch der Bewohnerschaft und der Angehörigen. Positiv sei ihm die Vernetzung des Alterszentrums unter den verschiedenen Gemeinwesen aufgefallen. «Hier möchte ich anknüpfen und Transparenz sowie eine gute Zusammenarbeit anbieten.»
Der Heimleiter will mit seiner Familie Mitte November in die Gemeinde Risch umziehen. Berufsbegleitend absolviert er eine Ausbildung zum Heimleiter; im Herbst 2003 wird er sie abschliessen.



VON MONIKA WEGMANN